Der «Blick» zeigt auf, wie sich die Medienlandschaft verändert

Die Moderation kommt frisch daher. Die Themen: ein Mix aus News, Unterhaltung und Sport – ganz der Blick. Manche mögen die Nase rümpfen, weil ihnen die Relevanz der Berichterstattung fehlt. Medienspezialisten dagegen werden anerkennen, dass der «Blick» hier die Veränderungen in der Medienlandschaft konsequent adaptiert.

Schon lange ist nämlich zu beobachten, wie sich das Nutzungsverhalten der Medienkonsumenten verändert. Immer weniger lesen eine Zeitung, immer mehr informieren sich Online, wobei das Bewegtbild das Mass aller Dinge ist.

Und weil das Fernsehmachen heute keine Riesenstudios mehr braucht, macht der «Blick» neu auch Fernsehen. Hier lässt sich Werbung perfekt platzieren. Das bringt exakt das Geld, das jedes Verlagshaus heute dringend benötigt, um noch publizistisch tätig sein zu können.

An vielen Tagen wird der neue Kanal Nebensächlichkeiten präsentieren, und darum wird das ganz grosse Publikum auch ausbleiben. Doch wer die erfolgreichen TV-Berichterstattungen der Deutschen Schwester «Bild» gesehen hat, weiss, dass im Ereignisfall – bei einem grossen Unglück, Anschlag oder einer Naturkatastrophe etwa –  die Medienkonsumenten in Scharen auf die Onlineseite klicken werden. So flexibel wie der «Blick» wird dann kaum jemand live auf Sendung gehen können.

Pascal Krauthammer, 17.02.2020